Kulinarisches und Kulturelles in Vancouver April 30, 2007
Posted by David Hauser in Vancouver.2 comments
Wie könnte es anders sein… Irgendwann musste ich euch ja mal etwas über die kulinarischen Genüsse von Kanada berichten. Ich bin ja schliesslich ein Feinschmecker… Ich bin mir aber bis heute noch nicht ganz im klaren, ob die Kanadier wirklich eine Esskultur haben oder nicht. Es gibt soweit ich weiss nicht irgend ein typisches Traditionsgericht wie das Züri Gschnätzlete oder die echt Schweizer Älplermakkaronen (die ich übrigens sehr vermisse…
hier in Kanada. Das heisst aber nicht, dass es nicht essbar ist. Das Essen ist vielfach beeinflusst durch die vielen Kulturen hier (Asiatisch, Italienisch, Mexikanisch usw.). Hier einmal die „Most Eaten Dishes“:
- Caesar Salad: Ich liebe diesen Salat. In Englisch würde es heissen: I’m addicted to Caesar Salad.
In jedem Restaurant gibt es diesen Salat und jedes Mal bestelle ich ihn als Appetizers. Hammer. Schade gibt es das nicht in der Schweiz. Es gibt jetzt ja vielleicht einige, die nicht wissen, was den das überhaupt ist, der gute alte Caesar Salad. Natürlich kann ich da aushelfen: Caesar Salad besteht aus Kopfsalat, einem Knoblauchdressing, Croutons und Parmesanstreusel. Der füdliblutte Wahnsinn sage ich euch!
Den besten Salat habe ich in Victoria auf Vancouver Island gegessen. Es gibt dort eine Kette namens Earls. Jede Servierdüse ist dort hübscher als die andere und so schmeckt der Caesar Salad grad nochmals ein Quäntchen besser
- Burger: Ja, ich gebe es zu, ich esse viele Burgers. Aber die sind auch wirklich gut. Nichts da mit McDonalds Burger und Konsorte, ich meine die Burgers, die du in jedem guten Restaurant bekommst. Meistens werden sie mit Käse und Bacon serviert und mit viel Salat. Ich als Lebensmitteler würde sogar fast sagen, das ist eine gesunde Sache. Denn meistens hat es viel Salat drin, Fleisch und Sauce. Wenn die Sauce nur aus Ketchup besteht, dann würde ich von einem „Healthy Snack“ sprechen
. Das Beste kommt aber noch: Meistens kannst du anstelle von den Fries etwas anderes bestellen. Mein Lieblingsgericht ist nun Burger mit einem Caesar Salad. Besser geht’s nun wirklich nicht!
- Doughnut: Ab und zu esse ich auch mal einen Doughnut. Die mag ich doch auch sehr. Den Besten Doughnut habe ich in Granville Island gegessen, und zwar bei Lee’s Doughnut im Public Market. Wenn ihr mal dort seit, esst kauft unbedingt den mit Zimt und chillt nachher am Hafen und lauscht den Musiker. Etwas relaxteres gibt fast gar nicht… Gestern war ich wieder einmal auf Granville Island mit Andreas und es war der Hammer. Ich mag diesen Platz sehr, überall hat es Essenstände, wo du Essen kaufen kannst und an vielen Orten sind Musiker, die ein Ständchen zum Besten geben. Es ist einfach nur noch friedlich.
- Nachos: In jedem Pub kannst du Nachos bestellen. Das ist wirklich noch witzig, egal wo du bist, Nachos kriegst du bestimmt. Und noch spannender ist die Tatsache, dass die Nachos unter „Appetizers“ aufgelistet sind. Wenn du dann aber diese bestellst (in der Annahme, ja in der Schweiz ist die Portion ja nicht so gross…) dann kommst du schon noch auf die Welt. Die Portion ist riesig, mit Käse überbacken und mit Tomaten, Oliven und Jalapenos garniert. Mega sage ich euch und nach diesem Snack ist garantiert niemand mehr nüchtern…
- Chicken Wings: Auch äusserst beliebt und überall zu haben sind die Chicken Wings. Meistens kannst du noch auswählen, welche Sauce du möchtest. Nie falsch fährst du, wenn du Honey Garlic Style wählst. Hmmm…..
Summa Summarum: Das Essen hier in Kanada schmeckt mir ausgezeichnet. Vor allem den Cesar Salad möchte ich am liebsten in die Schweiz importieren…
Dann noch etwas ganz anderes. Wahrscheinlich habe ich sicher den Eindruck hinterlassen, dass ich die ganze Zeit nur immer ins Kino und in Klubs gehe. Denen sage ich: Schtimmt!
Nein, natürlich nicht nur. Am letzten Montag war ich in einem Klassikkonzert im Orpheum in Vancouver Downtown. Das war echt der Hammer. Ich mag Klassik noch und gegen ein gutes Konzert gab es noch nie etwas einzuwenden. Am Montag also spielte das Vancouver Symphony Orchestra verschiedene Stücke von Smetana, Brahms und Haydn. Das Stück von Brahms war ein Pianokonzert, dessen Pianist ca. 35 Minuten lang spielte. Und das wohlgemerkt alles auswendig. Da beklagen sich unsere Musikanten schon, wenn sie einen Marsch von 2.5 Minuten lernen müssen… Hut ab vor diesem Solisten!
Ah ja, fast hätte ichs vergessen: Das Orpheum ist awesome! Es ist ein sehr altehrwürdiges Gebäude und der Saal oder besser gesagt die Halle ist sehr eindrücklich. Wenn man von aussen schaut, könnte man nie im Leben erraten, dass ein solch schöner Saal drin Platz hat. Wenn möglich, geht da mal hin…
Am Donnerstag dann ging meine kulturelle Woche weiter. Ich ging in die Oper. Ja, zugegeben, etwas skeptisch war ich schon, bin ich doch noch nicht so mängisch in der Oper gewesen. Das aufgeführte Stück hiess „Tosca“ von Puccini. Aber ich muss sagen, es hat mir gefallen (trotz dem seeehr schlechten Platz, 3 hinterste Reihe in einem unglaublich grossen Theater). Die Story ist ziemlich komplex und dreht sich natürlich um Liebe und Intrigen. Am Schluss der Oper wird der Bösewicht von der schönen Frau ermordet, der Liebhaber der schönen Frau erschossen und die schöne Frau, Tosca, die das nicht verkraften kann, stürzt sich selbstmörderisch über die Festungsmauer. Oha, habe ich mir gedacht. Nichts mit Happy End
Da dies doch ein etwas trauriges Ende für ein Blog ist, hier noch ein paar Fotos.
Bildlegende:
1-4) Granville Island
5) Andreas (mit dem ich im Sommer einen Monat in USA reisen werde) und ich in einem Pub während dem Canucks-Spiel. Leider verloren sie…
Ein perfekter Freitagnachmittag und Seattle April 23, 2007
Posted by David Hauser in Ausserhalb Vancouver, Vancouver.add a comment
Der letzte Freitagnachmittag war „off the hook“, will heissen, einer der besten Tage hier in Vancouver. Ich erzähle euch gerne wieso…
Ihr kennt doch sicher alle die TV-Serie „Smallville“, in der Clark Kent alias Superman seine Teenagerjahre verbringt. Ich habe noch nicht soo viele Episoden daraus gesehen, doch die Serie gefällt mir sehr. Vor allem die beiden Frauen sind sehr hübsch…
Auf jeden Fall ist es so, dass hier in Vancouver einige Gebäude und Plätze als Drehorte verwendet wurden. Das wusste ich auch nicht, doch Rafael (richtig, der Guy aus Brasilien) sagte mir an diesem Freitagnachmittag, er wolle mit seiner Brasilianischen Kollegin einige Plätze anschauen. Natürlich war ich dabei… Zudem „überredete“ ich noch Andreas, mit dem ich auch in Vancouver Island war.
Zuerst tuckerten wir mit dem Aquabus (ein seeeehr kleines Böötli) nach Granville Island. Auf dieser Insel hat es verschiedene Märkte, Stände und Kunstausstellungen. Das Beste aber war, dass es einen Spezialitätenmarkt gibt, der alles so Gourmetfood verkauft. Und ratet mal, was wir gefunden haben… Richtig, Bünderfleisch und Appenzeller, Original aus der Schweiz. Mega nicht?
Da fühlte ich mich doch grad ein bisschen heimelig. Natürlich kauften Andreas und ich diese Traditionsprodukte. Und es hat sehr geschmeckt. Endlich mal richtiger Käse. In meiner Homestayfamilie hat es nur so komischer 0%-Fett Schmelzkäse. Wobei Käse… Meiner Meinung nach ist es ein Verbrechen, ein 0%-Erzeugnis überhaupt Käse zu nennen… Wo bleibt der Genuss, meine kanadischen Freunde?
Auf jeden Fall chillten wir an der Sonne draussen am Meer und genossen unser Festmahl.
Anschliessend besichtigten wir das Apartement von Clark Kent, als er kurzfristig in Metropolis lebte. Die Brasilianer waren sehr aus dem Häuschen…
Mit dem Bus fuhren wir dann zurück nach Downtown, wo wir ebenfalls noch einige Gebäude (unter anderem das Gebäude der fiktiven Zeitung „Daily Planet“). Das war wirklich mega. Und dann passierte das Beste. Nichtsahnend liefen wir ein bisschen belanglos umher, bis plötzlich Gabriela eine Frau (telefonierend und mit Hund!) ansprach. Es stellte sich heraus, dass diese Frau eine der Hauptdarstellerinnen der Serie Smallville ist. Ihr Name ist Allison Mack und in der Serie spielt sie Chloe. Meeega. Das gibt’s gar nicht, dachte ich mir. Da haben wir uns vorgenommen, Drehorte von dieser Serie zu besuchen und als i-Tüpfelchen treffen wir noch eine Originalschauspielerin! Ich war leider etwas zu spät mit dem Fotografieren und ebenfalls posieren mit Allison. Zuerst dachte ich nämlich, Gabriela fände den Hund super… ![]()
Und ja, stellt euch mal vor, wie aufgeregt die Brasilianer waren. Rafael musste sofort seinen Cousin anrufen.
Wir entschieden uns dann anschliessend, noch ein bisschen weiterzubummeln. Unser Weg führte uns auf zu einer weiteren sehr kuriosen Begebenheit. Wir trafen vor der Art-Gallery auf eine riiesige Kifferlegalisierungsprotestaktion. Sowas habe ich noch nie gesehen. Da waren etwa 1000 Leute, die allesamt kifften. Stellt euch mal vor, wie das gerochen hat. Unbelievable. Irgendwo hatten die „Organisatoren“ noch Lautsprecher aufgestellt und Bob Marley dröhnte über den ganzen Platz.
Um uns zu beruhigen, entschieden wir uns ins Hotel Fairmont Express zu gehen, das zu den besten in Vancouver gehört. In der Hotelbar mit Barpianist schlürfte ich meinen Jasmin-Rosenblüten-Grüntee und genoss einfach den Augenblick.
Wie könnte ein Tag besser enden als mit einem Besuch im Kino?
Ja und so war es denn auch. Ich ging mit einem Kollege am Abend dann noch ins Kino, „300“ schauen. Und es war wieder super.
Alles in allem ein wirklich gelungener Nachmittag. Und es ist wirklich erstaunlich, was man in nur ein paar Stunden alles erleben kann.
Am Samstag ging ich nach Seattle. Unsere Schule hatte für nur 50 Bucks die Reise nach Seattle organisiert und da wollte ich schon dabeisein. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt.
Schon ziemlich früh am morgen gings los, da viel Zeit ins Land ging mit der Carfahrt und der Grenzeüberschreitung (kuhles Wort
). Die Amerikaner machen ein riesen Theater, wenn du in ihr geliebtes Land willst. Die Beamten machten ein Foto von mir und nahmen meinen Fingerabdruck vom linken und rechten Zeigfinger. Sagt das mal dem Schweizer Datenschützer… Das würde nie gehen! Wir brauchten etwa 1,45h am Zoll, dann liessen sie auch die Brasilianer und Kolumbianer ins Land
Um ca. 12:00 erreichten wir endlich Seattle. Als erstes stand der „Space Needle“ auf dem Programm, der Wahrzeichenturm. Trotz den 15 Dollars, um mit dem Lift hochzufahren, lohnt sich Investition wegen des fantastischen Ausblicks allemal. Da wir nur ca. 2,15 Stunden Zeit hatten, blieb nicht mehr viel Zeit übrig, um noch den Public Market und noch ein wenig von der Stadt zu besichtigen. Wahrscheinlich werde ich nochmals hingehen, meine Cousine Olivia lebt dort und vielleicht kann ich dann dort übernachten.
Mit dem Car fuhren wir dann weiter zu den Outletstores, wo du zum Teil für Markenprodukte wie Ralph Lauren, Tommy Hilfiger, Adidas, Puma usw. 1/4 des Preises wie in der Schweiz zahlst. Es ist wirklich sehr billig und es sind die gleichen Produkte wie in der Schweiz. Natürlich packte auch mich das Shoppingfieber (ratet mal, wie fest die Frauen glänzigi Äugli bekommen haben…
(Vergebt mir, liebe Frauen
) und ich kaufte Sommerschuhe von Skechers sowie zwei kurzärmlige Sommerhemden. Eigentlich wollte ich ja noch mehr kaufen, doch die Zeit von nur 2h war einfach zu kurz.
Nach langer Carfahrt mit immerhin aber Pirates of the Carribean erreichte der Bus um 21:00 wieder Vancouver…
Bildlegende:
1) Wer findet den Aquabus?
2) Bündnerfleisch und Appenzeller. I like!
3) Gebäude des Daily Planet
4) Allison Mack und Gabriela
5) Kiffende Protestanten (und keine Polizei!)
6) De Space Needle in Seattle
7) Ja, ich war dort ![]()
8.) Show im Puplic Market: Fischer werfen die Ware quer über den ganzen Stand. En riisigi Tuurifalle…
Crazy Canadians April 18, 2007
Posted by David Hauser in Vancouver.add a comment
First of all möchte ich mich entschuldigen, dass ich sooo lange keinen Blog Eintrag mehr geschrieben habe. Die Zeit hier vergeht so unglaublich schnell und es gibt so viel zu tun; da bleibt anderes etwas auf der Strecke (auch das Beantworten von persönlichen E-Mails, sorry for that
). Das möchte ich hier aber nachholen.
Jetzt bin ich doch schon einen Monat hier und ich werde euch in diesem Eintrag ein bisschen etwas von den Kanadiern erzählen, das heisst, was ich so an Sonderbarkeiten bemerkt habe…
- Zuerst einmal dies: Canadians are crazy about coffee. Es gehört in Vancouver zum guten Ton, am Morgen mit einem Becher Kaffee in der Hand aus dem Haus zu gehen und diesen während der ganzen Busfahrt oder dem Spaziergang zum Büro in der Hand zu halten. Klar wird ab und zu auch daraus getrunken. Aber das ist wirklich ein interessanter Anblick in Bus, wenn da alle ihre farbigen Becher Spazierenfahren…
Spannend ist auch die Anzahl Starbucks. Irgend wer muss ja wohl für Nachschub an Kaffee sorgen. Und da ist man bei Starbucks sehr gut bedient. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele Starbucks Kaffees es in Vancouver hat. Unbelievable! Das Beste finde ich aber, dass es zum Teil innerhalb eines Geschäftes einen Starbucks hat. Ein Paradebeispiel ist die Buchandlung, in der innerhalb Kaffee getrunken werden kann…
- Kanadier lieben „standing in line“. Sei es bei der Busstation oder für das Essen, überall gibt es Schlangen. Und ich finde es gar nicht mal so schlecht. Denn da gibt es kein Gedränge und Gerangel um die Plätze, es gilt das Motto „First come, First serve“. Das gleiche ist im Kino. Wenn du ein Ticket hast, sitzt wo du willst! Dumm ist einfach der, der zu spät kommt. Ist mir bis jetzt aber noch nie passiert.
Ah ja, apropos Kino: Ich war am letzten Sonntagabend wieder einmal im IMAX und habe Deep Sea 3D gesehen. Das war ohne zu übertreiben einer der Besten (wenn nicht der Beste) Filme, die ich je in einem IMAX gesehen habe. Es war wirklich absolut unglaublich und hat mich fast weggeblasen. Die Story ist super, super Bilder und der 3D Effekt schlicht atemberaubend. Da meinst du wirklich, du bist mitten im Meer und kannst die Fische fangen. Ich hoffe wirklich, dass es dies auch bald in der Schweiz gibt. Denn das ist Kino pur…
- Wenn jemand Geburtstag hat, gibt es in Kanada ein riesiges TamTam. In unserer Klasse haben schon zwei Mitstudenten Geburi gefeiert und jedes Mal hat unsere Lehrerin eine Karte organisiert und am Tag X eine kleine Torte mit Kerze hervorgezaubert. Natürlich mussten wir alle singen…
- In Vancouver ist im Moment das Hockeyfieber ausgebrochen. Die „Canucks“, die Mannschaft von Vancouver ist im Viertelfinal der Playoffs für den Stanleycup. Ich verstehen eigentlich überhaupt nichts von Hockey und bin auch nicht so interessiert, aber zur Zeit sind alle irgendwie Hockeyfans, getreu dem Motto „We are all Canucks!“ Die Euphorie zeigt sich auch anhand den Anzeigetafeln der Busse. An jedem Tag, an dem gespielt wird, steht auf den Displays „Go Canucks Go“. Finde ich noch ziemlich witzig… Jetzt ist gerade das vierte Game fertig und die Canucks haben schon wieder gewonnen gegen Dallas. Nun steht es 3-1 für Vancouver in der Best of 4 Series. Nur noch ein Sieg, und Vancouver steht Kopf…
- Kanadier sind sehr freundlich und offen. Du kannst irgendjemand fragen, er wird dir garantiert Auskunft geben und ev. noch ein bisschen plaudern.
- Wenn du in einen Laden gehst, fragt dich an der Kasse der Kassierer oder die Kassiererin immer „How are you“. Inzwischen habe ich bemerkt, dass sie diese Floskel durchaus ernst meinen und du darauf anworten solltest. Zudem gehört es zum guten Ton, zurückzufragen, „And how are you?“. Meistens gibt dann die Antwort „Fine, thank you“. Letzthin hat mir aber eine Kassiererin mit einem Smile gesagt: „Bad, i’m working, thank you“ Bis heute habe ich noch nicht herausgefunden, was ich darauf antworten soll…
- Aller Euphorie zum trotz: Hier noch ein negativer Punkt von Vancouver. Die Stadt hat ein Problem mit Obdachlosen und Bettlern. Und ich finde es ziemlich schlimm. Die Bettler sind zwar überhaupt nicht aufdringlich, wenn du gesagt hast nein, ich gebe nichts, dann zotteln sie weiter. Aber die Anzahl an Bettlern ist enorm. Wenn ich am Abend an der Bushaltestelle Downtown 15min warten muss, kommen ohne zu übertreiben 4-6 Bettler und fragen dich „do you have any change?“ Doch ich bleibe hart, habe ich doch noch keinen roten Rappen hervorgerückt…
Zudem gibt es Gegenden in der Stadt, die du lieber meiden solltest nach dem eindunkeln. Da ist es nämlich nicht meehr so sicher… Spannend finde ich dies zudem, da vor ca. 1.5 Wochen eine Umfrage bzw. Evaluation im Fernsehen gezeigt wurde über die „Best Places to live“. Und ratet mal, was sind die ersten drei Plätze? 1. Zürich, 2. Genf und 3. Vancouver. Da war ich natürlich schon stolz und musste mich lauthals freuen, denn die ganze Hostfamily sass während dieser Nachricht vor dem Fernseher…
Sonst gibt es eigentlich nicht soo viel zu erzählen. Ich gehe jeden Tag zur Schule und oft in den Ausgang wie gehabt. Das einzige was mir im Moment ein bisschen Sorgen macht sind die vielen Hausaufgaben. Ich konnte mir ja dies nicht so recht vorstellen, 2h Aufgaben pro Tag. Aber es ist wirklich so. Und ich würde sagen, sogar noch mehr, wenn du seriös sein willst (und das bin ich ja, wie ihr wisst…
) Leider bin ich aber oft nach der Schule ziemlich müde, da wir sehr viel Stoff am Tag durchnehmen und ich dann gar keine Zeit habe, um alles zu repetieren. Nach den Hausaufgaben bin ich meistens zu faul um noch Vocabulary zu lernen oder mich mit den Zeiten auseinanderzusetzen. Da bin ich mir noch nicht recht im Klaren, wie ich das in den Griff bekomme…
Genug geklönt, jetzt noch zu etwas erfreulicherem: Am nächsten Samstag fahre ich nach Seattle für einen Day-Trip. Unsere Schule hat dies für nur 50 Bucks organisiert. Kuhl. 1 Tag Seattle ist sehr kurz, aber wenns mir gefällt gehe ich dann nochmals… Es bleibt aber Zeit für eine Sightseeing-Tour und fürs shoppen im Outletstore. Mal sehen, könnte wieder ein teueres Wochenende werden.
Das wärs für den Moment, ich wünsch euch eine schöne Zeit und vergesst nicht, euch einzucremen. Wir in Vancouver frieren uns leider den Ar… ab. 9°C und heavy rain…
PS: Gestern hatte Klassenkollege Geburtstag und aus diesem Grund sind wir am Abend Essen gegangen und anschliessend noch in einen Club. Crazy, und das an einem Montag. Die Woche fängt ja gut an…
Bildlegende:
1) Starbucks in Bücherladen
2) Canadians standing in line and waiting for the bus…
3) Go Canucks Go
4) Mit diesem Gurkenbus fahre ich täglich von der Homestayfamily bis zu Phipps Exchange, wo ich umsteigen muss. Auch dieser Bus ist Canucks Fan…
Vancouver Island April 11, 2007
Posted by David Hauser in Ausserhalb Vancouver.2 comments
Wie bereits mehrmals angetönt ging ich mit ein paar Friends über das verlängerte Osterwochenende nach Vancouver Island. Mit von der Partie waren Maria, a girl from Spain, Rafael, a guy from Brasil, Andreas, ein Schweizer, mit dem ich meinen Amerikaroadtrip durchführen werde und Ladina, a girl from Switzerland. Dank den zwei nicht Chuchichäschtlisprechenden Mitglieder konnten wir den Leitgedanken unserer Lehrerin wunderbar ausführen: Please speak English all the time! Mir persönlich hat es viel gebracht, auch am Wochenende English zu sprechen.
Am Freitag startete unser Trip. Um 08:00 war Besammlung in Vancouver Downtown. Klein David hat natürlich nicht bemerkt, dass der Freitag (Karfreitag) ein offizieller „Sonntag“ ist und die Busse nach einem anderen Fahrplan als normal fahren. Natürlich kam ich zu spät… Trotzdem lief alles am Schnürchen. Nach einem wirklich leckeren Frühstück bei McDonalds (Bagel mit Ei und Bacon, hmmmm…) stiegen wir in den Bus, der uns via Fähre (1.5h Fahrt) nach Victoria brachte. Dort checkten wir in der Jugi Ocean Island ein. Ich hatte das Vergnügen, mit Rafael im Doppelbett zu übernachten, dachte ich doch, im nächsten Hotel gibt es wieder ein Doppelbett und ich dann sicher nicht nochmals ein Bett teilen muss. Doch denkste, vorneweg nur dies: Es hatte jeder sein eigenes Bett!
Victoria ist eine hübsche Stadt südlich von Vancouver Island und doch etwas grösser als erwartet. Nach dem Zmittag (bei Earls, super Restaurant! Sehr zu empfehlen, vor allem die Servierdüsen sind very cute, I like!) erkundigten wir bei schönstem Wetter die Stadt. Vor allem das Fairment Express Hotel und das Parlament sind sehenswert und aleweil ein Spaziergang wert. Überall rund um den Harbour hat es diverse Gaukler, die irgend eine kleine Show machen. Das Beste an Victoria war aber ein geigenspielender Darth Vader. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Crazy Canadians!!
Am anderen Morgen holten wir unser Car ab und fuhren Richtung Tofino. Als Auto mieteten wir einen Toyota Camry, der sehr geräumig und bequem war. Leider verschlechterte sich das Wetter aber sehr und es regnete nur einmal: Vom Morgen bis am Abend (Der Spruch ist alt, ich weiss, aber er passt perfekt ). Die Fahrt dauerte ca. 5.5h. Vancouver Island hat ungefähr die gleiche Fläche wie die Schweiz, das hatten wir ein bisschen unterschätzt. Um halb drei erreichten wir dann das verschlafene Städtchen Tofino. Und hey, Tofino liegt nun wirklich am Ars.. vom niergendwo. Da bist du riesen in der Pampa!
Unsere Jugi hingegen war super. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Die Unterkunft ist ziemlich neu und hat sehr bequeme Betten (viel besser als das in der HomestayFamily) und eine Küche zum selber kochen. Ich als Chefkoch musste dies natürlich testen, zum Abendessen gab es Pizza und am Abend darauf Faijtas.
Am anderen Tag, sprich Ostern, war das Wetter sogar noch schlimmer. Es regnete und windete mega. Die Eiersuche fiel somit erst einmal ins Wasser… Von Ostern habe ich überhaupt nicht viel bemerkt, das kennen die Canadians nicht so und zelebrieren dies auch nicht. Eigentlich wollte ich unbedingt Whale Watching „machen“, doch das konnte ich wirklich vergessen. Die Sicht war sehr schlecht und zum Teil hatte es Nebel. Da hätte ich das Geld lieber einem Homeless geben können, das hätte mehr gebracht… Doch trotz des Wetters entschieden wir uns, die Strände und Trails genauer anzusehen. Und es hat sich gelohnt. Vor allem die Long Beach ist super. Bei schönem Wetter muss es hier der Hammer sein! Da ich ein heimlicher Regenwaldfan bin, liebte ich es, diverse Dschungelpfads abzuspazieren. Mittagessen hatten wir im noch grösseren Kaff Ucluelet, das sogar noch mehr am Ars.. von Vancouver Island liegt als Tofino. Doch dank Lonely Planet fanden wir ein ausgezeichnetes Restaurant, das hammermässig gute Burger serviert.
Am Nachmittag erkundigten wir noch einen anderen Pfad durch den Regenwald und spielten anschliessend zurück im Hotel noch Poker bis zum Abendessen.
Am Montag dann gings zurück nach Vancouver. Wir verliessen Tofino um 09:15 und ich war um 21:15 endlich müde zurück im HomestayFamilyHouse. Da ich noch keine Aufgaben gemacht hatte, kämpfte ich mich 20min erfolglos damit ab und ging anschliessend schlafen. Das rächte sich heute. Zum ersten Mal seit ich hier bin hatte ich keinen Plan, was überhaupt abging. Somit musste ich heute Abend in die Säcke und alles nachholen. Es kommt also wieder gut…
Ah ja, ich hoffe der erste Sponsorlauf war erfolgreich. Denn auch Vancouver Island ist ein teures Pflaster, dass sich aber aleweil lohnt…
Vancouver Island Fotos April 11, 2007
Posted by David Hauser in Fotos.add a comment
Bildlegende:
1) Rafael, Ladina, Maria und Andreas (v.l.n.r.)
2) Ferry to Vancouver Island
3) Parlamentsgebäude in Victoria
4) Darth Vader!
5) Beach in Victoria
6) Aufenthaltsraum in der Unterkunft in Tofino
7) Beim Essen…
Beach in Tofino
9) Ja, es war schlechtes Wetter
10 und 11) Pfade durch den Regenwald
12) Unser Auto, der Camry
13) Beach in Tofino bei Sonnenschein (auf der Fahrt zurück nach Victoria am Montag zeigte sich noch kurz die Sonne, dass musste ausgenutzt werden…)
Clubbing April 6, 2007
Posted by David Hauser in Vancouver.add a comment
Hmm, die letzten paar Tage waren sehr streng. Immer dieses Nightclubs jeden Abend… Ist schon ziemlich ungewöhnlich für mich, aber I’m getting used to clubbing, wie es in schönstem Englisch heisst
Am Dienstag fand die Geburiparty von Darkise statt. Wobei von Darkise – das meinte ich auf jedenfalls, doch alls ich mit Matthew, einem Kollege von der Schule, in das verabredete Restaurant ging, wussten die Waitress nichts von einer Darkise. Wie sich später herausstellte, war das die Geburtstagsparty einer Kollegen von Darkise. Die Kanadier sind aber in dieser Beziehung sehr offen und freuen sich über jeden neuen Kontakt. Der Abend mit diesen Leuten war awesome, wir hatten sehr viel Fun und ich konnte mein Englisch super einsetzen.
Nach dem Essen gingen wir noch in einen Club (ja natürlich
und shakten dort ziemlich lange. Ich war um 02:00 im Bett. Könnt euch ja mal vorstellen, wie parat ich am Mittwochmorgen war… (und hey, es war erst Mittwoch, nicht etwa Ende der Woche!)
Am Mittwochabend ging die Nacht der Clubs weiter, GraduationParty im TONIC stand an. Everybody was there, da konnte ich nicht nein sagen…
Von den vergangenen zwei Abenden habe ich ein paar Fotos, die beweisen, dass ich tatsächlich da war
PS: Noch eine lustige Anekdote: Am Dienstag auf der Tanzfläche hat mich ein Girl der Truppe von Darkise gefragt: „Are you doing a lot of clubbing in Switzerland?“ Und als ich sagte: „No, never“ hat sie ganz schön grosse Augen gemacht… Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen!
Whistler April 2, 2007
Posted by David Hauser in Ausserhalb Vancouver.1 comment so far
Dieses Wochenende stand wie bereits angetönt im Zeichen von Whistler (Have a closer look: http://ww1.whistlerblackcomb.com/german/index.htm). Whistler liegt 115 km von Vancouver entfernt und ist ein renomiertes Skigebiet, das vergleichbar mit St. Moritz oder Davos ist. Insgesamt gibt es zwei Skigebiete, Whistler Mountain und Blackcomb. Da im Jahr 2010 hier die Winterspiele stattfinden, wollte ich unbedingt dieses „Village“ besuchen. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt.
Am Freitag gings direkt nach der Schule mit dem Bus los (Unsere Klassenlehrerin gab uns trotz Protesten seeehr viele Hausaufgaben mit der Bemerkung, „you can do this during the bus journey…“ Ja genau, so sehe ich das auch!). Unser Hotel war gar nicht mal so schlecht, es lag ein bisschen ausserhalb des Kaffs aber war sauber und in Ordnung. Da ich noch keine Skis, Pants, Boots, Googles and a Helmet hatte, musste ich dies alles mieten. Und Holly Molly war das teuer! Ich nenne jetzt euch keine Zahlen, da würdet ihr sonst sagen, ich habe eins am Helm (dabei brauchte ich ja genau diesen
.
Am Abend machten wir zum ersten Mal Whistler ein bisschen unsicher, Dinner stand auf dem Programm. Wir fanden ein hübsches Restaurant, in dem es leckere Burger zum essen gab. Überhaupt habe ich glaube ich seit ich hier bin schon seeehr viele Burgers verdrückt. Aber: I like! Das Restaurant verwandelte sich im Lauf des Abends in einen veritablen Nightclub mit cooler Musik usw. Klaro wurde es spät…
Am anderen Morgen stand nun endlich Skiifahren auf dem Programm. Und Petrus war definitv auf unserer Seite: Absolut hammermässiges Wetter, wies im Bilderbuch steht. Es hätte wirklich nicht besser sein können. Den Wecker stellte ich auf 07:15, Abmarsch war um 08:00 Richtung Gondelbahn. Nicht alle waren sehr glücklich mit dem frühen aufstehen, wäre ich auch nicht, hätte ich nur 3h geschlafen! Wir (ein paar Snöber und ich) entschieden uns für Blackcomb Mountain und crusten den ganzen Tag die Hänge runter. Das Skigebiet ist noch recht gross, vergleichbar mit der Lenzerheide. Mir gefallen vor allem die Waldwägli, die es hier en Masse hat. Überhaupt hat es sehr viele Bäume hier, die einen wunderbaren Kontrast zum Weissen und Blauen ergeben.
Am Abend wurde von den Touragency eine Party in einem Nightclub organisiert, in die wir natürlich gegangen sind. Die Musik war aber nicht soo der Hammer, trotzdem blieb ich bis um 1:00 im Club…
Am anderen Tag stand wieder Skiifahren auf dem Programm. Aber heute muss Petrus wohl definitiv mit dem falschen Fuss aufgestanden sein. Es war nämlich genau das Gegenteil des Wetter: ergiebiger Schneefall während des ganzen Tages (mit einzelnen Auflockerungen), windig und wirklich supermegaschmidi kalt. Oben auf dem Gipfel wars zum Teil -12°C, während wie erwähnt ein recht zügiger Wind blies. Doch ich bin ja kein Schönwetterskiifahrer oder?
Ich wollte unbedingt noch das zweite Skigebiet erkunden, hatte ich doch auf der Karte noch ein paar wirklich lässige Waldwägli ausgemacht. Und so war es dann auch. Trotz des miesen Wetters und der zum Teil null Sicht (man suche den Weg, in dem man von Täfeli zu Täfeli fährt) hatte ich viel Fun. Um 4:00 hiess es dann „Bye Whistler“…
Unter der neuen Rubrik „Fotos“ habe ich noch ein paar Fotos veröffentlicht, die dieses Wochenende veranschaulichen.
Fotos von Whistler 30. März bis 1. April April 2, 2007
Posted by David Hauser in Fotos.add a comment
Bildlegende:
1. Bild: Buseinteilung von Simon, unserem Cheforganisator bei Global Village
2. Bild: Crazy Mexicans und Kolumbians beim Pokern im Gang beim Lift im Hotel
3-12. Bild: Blackcomb am Samstag und Whistler Village
13. Bild: Zwei Santiagos aus Kolumbien, der links lebt in der gleichen Homestayfamily wie ich
14. Bild: Crazy Korean Guys, rechts ist Mio Ho und hinten Gin Ho
15. Bild: Das wird dänk am meisten beachtet
: Moira (links) und Rahel (rechts) aus unserer Klasse